„Hier bist du falsch. Hier gehörst du nicht her.“ - Sagte die Stimme und die Odyssee begann !

Die Stimme war klar und deutlich zu vernehmen. Mitten im vollbesetzten Sitzungsraum der Firmenleitung.

Viele Männer in dunklen Anzügen, mit Hemd und Krawatte. Und einige wenige Frauen - auch dunkel gekleidet und die meisten auch in Anzügen - nur keine Krawatten.

 
Logbuch der Steuerfrau - Eintrag aus dem Jahr 2003.....
oder "Wie alles begann ..."

Es muss in der ersten Jahreshälfte 2003 gewesen sein, an den genauen Tag erinnere ich mich nicht mehr.

Morgens bin ich noch mit anderen Müttern und Babies auf den Turnmatten in der Krabbelgruppe herum gekrabbbelt, nachmittags saß ich im dunkeln Anzug auf dem Lederstuhl im Statusmeeting der Geschäftsführung. 

„Hier bist du falsch. Hier gehörst du nicht her.“

Die Stimme war eindeutig und unmissverständlich.

Zu hören war sie jedoch nur für mich. Es war meine Stimme - meine innere Stimme.

Mit dieser klaren Ansage begann die Reise oder besser gesagt meine Odyssee zu neuen beruflichen Ufern.

Es ist eine Sache, zu verstehen, dass man an einem Platz falsch ist. Es ist eine ganz andere Frage, an welchem Platz man richtig ist.

 
Was der Verstand sagte ...

„Werde doch Hochschulprofessor. Dann hat sich der Aufwand für Deine Promotion doch noch gelohnt.“ Das war die schnelle Antwort, die mein Verstand parat hatte.

Klang gut und einleuchtend. Viele vernünftige Gründe sprachen dafür. Gleichzeitig hatte ich dazu gelernt.

Erst einmal testen und ausprobieren. Nur keine voreiligen Entscheidungen treffen.

Die Möglichkeiten dazu boten sich prompt. Ohne viel Aufwand bekam ich über das Dozentenprogramm meines Unternehmens einen Lehrauftrag an einer Hochschule nicht allzu weit von meinem Wohnort entfernt.

Jeden zweiten Freitag während des Semesters machte ich mich auf der Autobahn Richtung Süden und hielt vier Stunden Vorlesungen.

Zu Beginn war ich begeistert. Das könnte die Lösung sein.

Vier Semester und zwei Jahre später war jedoch klar - das ist es nicht. Da gehöre ich auch nicht hin.

Also marsch, marsch zurück auf Los und die Suche von vorne starten.

 
Die Versuchung nichts zu ändern ...

Kleines Kind, Managerjob in Teilzeit (ja, es geht!), neue Abteilung aufbauen und weitere private Herausforderungen sorgten dafür, dass ich nicht viel Zeit zum Grübeln hatte. Zum Glück.

Und ja, es gab sie - die Versuchung doch alles beim Alten zu lassen, nichts zu ändern und einfach so weiterzumachen wie bisher.

Wer sagt eigentlich, dass man eine Karriereleiter unaufhörlich immer weiter hinauf klettern muss. Warum nicht einfach den Aufstieg beenden und die Aussicht von dort genießen, wo man gerade steht?

Kann man machen, oder? Die Versuchung war groß und kam immer wieder. 

Noch größer und stärker waren jedoch kleinere und größere Einschläge um mich herum. Erste nicht mehr zu übersehende körperliche Anzeichen, dass ich etwas ändern musste, stellten sich ein.

Es war zwar nicht der häufig eintretende Burn-out, die Wirkung war jedoch ähnlich. Und so langsam kapierte auch mein Verstand, dass „Augen zu und durch“ keine Lösung ist, wenn man noch über zwanzig Jahre Arbeitsleben vor sich hat. 

 
Logbuch der Steuerfrau - Eintrag aus dem Jahr 2010.....
oder "Eine Antwort schafft Chaos ..."

 „Hier gehörst Du her“. Da war sie wieder - meine innere Stimme. Wieder klar und deutlich und nicht zu überhören.

In der Zwischenzeit schreiben wir das Jahr 2010 und sie meldete sich wieder. Hurra, endlich - hat ja nur sieben Jahre gedauert. Besser spät als nie, könnte man meinen.

Klar, ich konnte froh sein, dass die Stimme sich endlich wieder meldete. War ich aber nicht. Sie wollen wissen warum? Ganz ehrlich?

Mein Verstand war mit der Antwort total überfordert. 

Überfordert? Ja, denn ich stand in einer Reithalle und spielte mit meinem Pferd als die Stimme sich nach all den Jahren wieder zu Wort meldete und meinte, ich gehöre hier her. 

 
Reithalle statt Geschäftsführungsetage?

Mit Anfang zwanzig war ich während meines Auslandstudiums in Paris vom Pferd gefallen und nie wieder aufgestiegen. Jeder Reiter weiß, dass man genau das nicht machen soll - ich weiß es auch.

Über zwanzig Jahre später war plötzlich „mein Pferd“ vom Himmel gefallen. Zwischen meiner ersten Reitstunde als Erwachsene und dem eigenen Pferd im Stall vergingen keine drei Monate und dazwischen war ich mit meiner Familie noch auf einer fast dreiwöchigen Fernreise.

Wenn ich dann mal endlich loslege, dann mit Karacho. Schließlich muss man die Zeit des ewigen Überlegens irgendwie wieder aufholen. 

Nur wie soll jemand, der über zwanzig Jahre nichts mit Pferden zu tun hatte und davor als Jugendliche lediglich einmal in der Woche auf Schulpferden Reitunterricht nahm, in der Reithalle „beruflich am richtigen Ort sein“? 

Spinnt diese innere Stimme und sollte ich doch lieber auf meinen Verstand hören? Er hat mich zwar nicht wirklich glücklich gemacht, aber immerhin hatte ich einen ganz guten Lebensstandard erarbeitet.

Und wer sagt denn, dass man auf dieser Welt ist, um glücklich zu werden. Ich könnte doch einfach mit dem zufrieden sein, was ich habe.

Doch die Klarheit und Eindeutigkeit meiner inneren Stimme ließ mich nicht los und so suchte ich weiter. 

 
Logbuch der Steuerfrau - Eintrag August 2014.....
oder "Erkenntnis auf der Pferdeweide ..."

Auch eine innere Suche kommt heute nicht ganz ohne digitale Medien aus. Eher zu-"fällig" gab ich „Managementtraining mit Pferden“ in eine Suchmaschine ein. Über das Ergebnis staunte ich nicht schlecht - Pferde werden vielfach als Coach und Trainer eingesetzt.

Ja, Sie haben richtig gelesen: Pferde coachen Menschen.

Das war es wohl, was meine innere Stimme mir sagen wollte, als sie die Reithalle als richtigen Ort für mich postulierte.

Die vergangenen Jahre seit 2010 waren bei mir geprägt von vielen Ausbildungen, einigen gravierenden Veränderungen und einem beruflichen Neuanfang. 

Einer meiner Arbeitsgrundsätze ist, nur die Inhalte weiterzugeben, die mir selbst geholfen haben. 

So verbringe ich sehr viel Zeit damit, unterschiedliche Trainings- und Coachingkonzepte - mit und ohne Pferd - kennenzulernen und auszuprobieren. 

Dazu gehörte im August 2014 auch ein Seminar mit Pferden als Trainier, das eine aus der USA stammende Pionierin auf diesem Gebiet unweit von meinem Wohnort gab. 

„Machtvoll führen und gleichzeitig respektvoll miteinander umgehen“ so kann ich am besten die Inhalte dieses Training beschreiben, bei dem Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen trainiert wurden.

„Genau das ist mein Thema - jetzt habe ich es gefunden.“  Sie hat sich mal wieder gemeldet - meine innere Stimme, mit der ich in der Zwischenzeit fast schon regelmäßig kommunizierte. 

Ich befand mich mitten auf einer Pferdeweide und beendete gerade als Teilnehmer die erste Übung dieses Seminars als mir Freudentränen über das Gesicht liefen. Nach langer Suche habe ich nun endlich gefunden, was ich jahrelang gesucht habe.

 
Logbuch der Steuerfrau - Wir schreiben das Jahr 2016 .....
oder "Jetzt gilt es wieder hochzuklettern ..."

Allmählich lichtet sich der Nebel in meinem beruflichen Leben wieder und ich sehe mein Ziel klar und deutlich vor Augen. 

In 2015 führte ich fast siebzig Interviews, um die Herausforderungen junger Frauen beim Berufseinstieg und in den ersten Berufsjahren besser zu verstehen. 

Zu mein großen Überraschung deckten sich die Themen der Frauen sehr stark mit meinen Erkenntnissen aus dem Pferdeseminar im August 2014. Es erstaunte mich zudem, wie wenig sich seit meinem Berufseinstieg in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts verändert hat.

Wie bekannt kamen mir doch die genannten Herausforderungen vor, die in annähernd jedem Interview genannt wurden.

Weder den Einsteigerinnen in den Berufsjungle, noch den ambitionierten Aufsteigerinnen oder den Umsteigerinnen fehlte es an fachlicher Ausbildung. Nein, vielmehr hadern sie alle mit Fragen wie

  • Bin ich gut genug?
  • Was denken meine Kunden, Kollegen und mein Chef über mich?
  • Wie schaffe ich es, Aussagen anderer weniger persönlich zu nehmen?
  • Wo will ich eigentlich hin?
  • Kind und Karriere? Wie soll das gehen?
  • Wie werde ich von anderen ernst genommen?
  • Wie setze ich mich durch?


All die Fragen kommen mir sehr bekannt vor. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich mich mit diesen und ähnlichen Fragen selbst lange Jahre beschäftigt habe.

In der Zwischenzeit bin ich einen weiten Weg gegangen und habe auf diese Fragen für mich Antworten und Lösungen  gefunden. 

Und ich habe Methoden und Techniken gefunden, wie wir diese „emotionalen Kompetenzen“ trainieren und üben können.

Ich habe für manche Antworten ziemlich lange gebraucht, denn ich kannte diese Methoden und Techniken nicht.

 Heute weiß ich, dass wir diese so dringend benötigten Kompetenzen gezielt trainieren können.  Ähnlich wie wir Muskel und Kondition trainieren können.

Meine Motivation ist es, dieses Wissen an Ein-, Auf- und Umsteigerinnen weiterzugeben, die ihren beruflichen Weg noch gehen wollen. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass Frauen schneller den beruflichen Erfolg erreichen, den sie wirklich erreichen wollen.

 

Mein Rat: Stellen Sie Ihre Karriereleiter rechtzeitig an die richtige Hauswand. Und dann mit Schwung nach oben!

Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man nach jahrelanger harter Arbeit feststellt, dass die Karriereleiter am falschen Haus lehnt.

Ich weiß, wie schwer es ist, wieder hinunter zu steigen und sich nach „dem richtigen Haus“ umzuschauen. Und ich erlebe gerade, wie mühsam es sein kann, jetzt erneut hochzusteigen.

 Diesen Weg möchte ich meinen Klientinnen ersparen und predige gebetsmühlenhaft „Zielklarheit ist die Voraussetzung für beruflichen Erfolg!“ 

Davon bin ich felsenfest überzeugt.

Ich habe beides erlebt - eine Zeit mit großer Zielklarheit und eine Zeit mit ziemlich viel Nebel. 

Heute habe ich sie wieder - die Zeit mit großer Zielklarheit und es fühlt sich gut und richtig an. Heute entsprechen meine Ziele auch meinen Werten!

Diese Übereinstimmung von Zielen und Werten ist wichtig und notwendig. 

 Die Selbstsicherheit und Entschlossenheit, die wir benötigen, um auch in stürmischen Zeiten nicht von Bord zu gehen, bekommen wir nur hin, wenn unsere Ziele mit unseren Werten übereinstimmen. 

Egal auf welchem Weg Sie sich befinden - stürmische Zeiten wird es immer geben. Es ist keine Frage, ob sie kommen, sondern wie wir damit umgehen. 

Welche Wirkung Ziele auf uns haben, zeige ich Ihnen in einer kurzen Übung in meinem ersten Podcast. 

 
Logbuch der Steuerfrau - Letzter Eintrag .....
oder "Der Neuaufstieg beginnt ..."

Für mich beginnt jetzt die Phase des „Wiederaufstiegs“ auf die neue Leiter an der richtigen Hauswand. 

 Zuerst gilt es, das To-the-Top Programm aufzubauen - zu Beginn noch ohne Pferde. 

 Die ersten Bausteine des Programms stehen fest:

  • Klare Prioritäten setzen
  • Selbstsicher auftreten
  • Entschlossen handeln
  • Durchsetzungsstark entscheiden
  • Selbstbewusst Grenzen setzen
  • Ruhe und Gelassenheit bewahren

 Das sind für mich die wichtigsten Bausteine für einen beruflichen Erfolg verbunden mit einem erfüllten Privatleben. 

 All diese Bausteine sind Kompetenzen, die wir trainieren können. Genau das ist das Ziel des To-the-Top Programms, in dem ich das Beste aus meiner über 25jährigen Erfahrung zusammengefasst habe. Mehr über To-the-Top finden Sie HIER

Wie genau die Pferde in das Programm integriert werden, ist noch „Work-in-progress“. 

Vielleicht bringt mir eine Reise nach Kanada Klarheit darüber. Ich werde Ende August über eine Woche in den Weiten von British Columbia mit einer Pferdeherde verbringen und bin gespannt, mit welchen Erkenntnissen ich zurückkomme. 

 

Dieser Beitrag wurde inspiriert durch die Blogparade 2016 von Christina Emmer